Frank Schätzing - Limit

Frank Schätzing - Limit

 
Bild: Das steht in Schätzings neuem Buc

Wird dieses Buch wieder ein Sensationserfolg? Fünf Jahre nach dem Mega-Seller „Der Schwarm“ (3,2 Mio. Mal verkauft) erscheint heute „Limit“ – der neue Science-Fiction-Roman von Frank Schätzing (52).

Die Story:
Der Roman spielt im Jahr 2025. USA und China kämpfen auf dem Mond um den Abbau von Helium-3. Ein Edelgas, das alle Energieprobleme auf der Erde lösen kann. Highlights: ein Weltraum-Fahrstuhl zur Raumstation in 143 000 Kilometer Höhe (3 Stunden Fahrzeit), Sex in der Schwerelosigkeit mit „Love Belts“ (Liebesgürtel) und zwei Meter große Menschen-Roboter (Huros-ED-4).

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Die Welt: Frank Schätzing schießt den

War es in „Schwarm“ eine unbotmäßige unterseeische Ausbeutung, die zur Herausbildung einer maritimen Gegenoffensive geführt hatte, sind es im neuen Thriller „Limit“ verstiegene Menschheitsgelüste, sich das All und dessen Ressourcen untertan zu machen, die in eine globale Katastrophe zu münden drohen.

Konkret geht es um Schätzings Freund, den Trabanten. Denn diesmal ist es der Mond, an dem der Autor seine empfindsame Vision vorführt, der zufolge der Mensch ein Freund und Förderer, ein Schützer und Bewahrer der Schöpfung sein muss. Und es doch nicht vermag, einen intergalaktischen Friedensschluss aus der Bedrohung zu schöpfen.

Schätzing greift gern nach den Sternen; und er tut es für seine populären Zwecke ausnehmend gut: Sein neuer auf Recherche und Spektakel zugleich setzender Thriller erzählt von einer Menschheit, die im Jahr 2025 mit einem bloß auf dem Mond vorkommenden Gas ihre notorische und existenzielle Energiekrise lösen will.

Helium-3 heißt jenes rare Element, das die USA dort fördern. Ein Schatz, der dem renditeträchtigen Ressourcenscheffeln nur so lang dienlich sein kann, wie die Amerikaner die mit ihnen konkurrierenden Chinesen im All ausbooten. Zwischen den beiden Raumfahrt-Opponenten entspinnt sich ein Mobilitätskrieg: Während der US-Branchenprimus dabei ist, illustre Befürworter der Mission zwecks Marketing ins All zu katapultieren, rüsten sich die Chinesen zu einer feindlichen Übernahme dieses Himmel stürmenden Unternehmens. Zwischen den Fronten stehen der Mond, der für all das nichts kann, sowie weiteres zerriebenes Personal.

Frank Schätzing, dessen hohe Suggestionskraft durchaus wertzuschätzen ist, greift gern nach den Sternen: Etwa 350.000 Vorbestellungen liegen nach Angaben des Verlags für „Limit“, diesen als Science-Fiction getarnten zeitkritischen Roman vor. [...]

<a href="http://www.welt.de/kultur/article4707091/Frank-Schaetzing-schiesst-den-Schwarm-ins-All.html" style="text-decoration:none">Vollständiger Artikel bei Welt Online</a>

 
Inhalt

Mai 2025: Die Energieversorgung der Erde scheint gesichert, seit die USA auf dem Mond das Element Helium-3 fördern. Bahnbrechende Technologien des Konzerngiganten Orley Enterprises haben die Raumfahrt revolutioniert, in einem erbitter-ten Kopf-an-Kopf-Rennen versuchen Amerikaner und Chinesen, auf dem Trabanten ihre Claims abzustecken.
Während der exzentrische Konzernchef Julian Orley mit einer Schar prominenter Gäste zu einer Vergnügungstour ins All aufbricht, soll Detektiv Owen Jericho, den eine unglückliche Liebe nach Shanghai verschlagen hat, die untergetauchte Dissidentin Yoyo ausfindig machen. Was nach Routine klingt, ist tatsächlich der Auftakt zu einer alptraumhaften Jagd von China über Äquatorialguinea und Berlin bis nach London und Venedig. Denn auch andere interessieren sich für Yoyo, die offenbar im Besitz streng gehüteter Geheimnisse und ihres Lebens nicht mehr sicher ist.
Jericho muss sich mit der bildschönen, aber ziemlich anstrengenden Chinesin zusammentun, um den phantomgleichen Gegnern auf die Spur zu kommen. In einer Zeit, in der multinationale Konzerne der Politik zunehmend das Zepter aus der Hand nehmen, führen beide einen verzweifelten Kampf ums Überleben, gehetzt von einer Übermacht hochgerüsteter Killer. Die Suche nach den Drahtziehern führt mitten hinein in die Wirren afrikanischer Söldnerkriege, Machtkämpfe um Öl und alternative Energien, Vorherrschaftsträume im Weltraum – und zum Mond, auf dem sich Orleys Reisegruppe unvermittelt einer tödlichen Bedrohung gegenüber sieht.

 
FAZ: Sex auf dem Mond

Die Welt ist nicht genug, und die Zukunft hat längst begonnen. Wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft trotzdem so hartnäckig aufs Hier und Jetzt fixiert sind, dann muss halt ein Roman kommen, der ein paar kraftvolle Fluchtlinien ins Morgen zieht. Und weil man vom Mond aus womöglich die Welt mit ihren schwelenden Krisen, knappen Ressourcen und schlummernden Möglichkeiten schärfer sieht, ist der natürliche Satellit der Erde zentraler Schauplatz in Frank Schätzings neuem Roman „Limit“; er ist zugleich der Kampfplatz, auf dem sich die geopolitischen Machtverhältnisse reproduzieren, weil im Jahr 2025 der Abbau von Helium-3 die Lösung der irdischen Energieversorgung verspricht. Es geht hier also um alles, ums große Ganze – und das ist keine schlechte Startrampe für ein Weltraumepos.

Nach seinem Erderwärmungsthriller „Der Schwarm“ (2004), von dem mehr als 900.000 Hardcoverexemplare verkauft wurden, liegt die Latte für Schätzing ja auch ziemlich hoch. Die einzige Konkurrenz für den 52-Jährigen ist der Erfolg seines Vorgängerbuchs, denn im deutschen Sprachraum kann es mit seiner Imaginationskraft und Rechercheintensität keiner aufnehmen, was auch die 320.000 Vorbestellungen für „Limit“ zeigen.

<a href="http://www.faz.net/s/Rub437153CD060B4298A4A3362237A74791/Doc~EF66B24425C45468D947852EA02211248~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Vollständige Besprechung bei der FAZ</a>

 
Süddeutsche Zeitung: All Inclusive

Von ihm könnte Dan Brown noch lernen: "Schwarm"-Bestseller-Autor Frank Schätzing erforscht mit seinem neuen Buch den Mond und die Grenzen des Thrillers.

[...]

Zwei Handlungsstränge sind es, die Schätzing über einige hundert Seiten mit viel Behutsamkeit entwickelt. Angesichts des zahlreichen, nicht in jedem einzelnen Fall auch interessanten Personals in "Limit" erscheint solche Genauigkeit und Autorenfürsorge jedoch nicht immer angebracht - ein schlankeres Buch wäre also denkbar gewesen.

Im ersten Handlungsstrang geht es um einen illustren Kreis, der sich - im klugerweise antifuturistisch, erkennbar gezeichneten Jahr 2025 - auf den Weg zu einem Mond-Hotel macht. Der Mond ist inzwischen beinahe so gut zu erreichen wie die Malediven.

In diesem Kreis sind versammelt: ein gutaussehender Ex-Perry-Rhodan-Darsteller mit dunkler Neigung, ein russischer Stahlimperialist mit Hang zum Fußball, ein indischer Tomaten-Baron mit Hang zur Untertreibung, eine TV-Klatschkönigin mit Hang zu Männern wie Frauen, eine Milliardärsgattin mit Hang zur Flasche und einige mehr. Angeleitet werden sie von der mal eher manisch (Julian), mal eher depressiv (Lynn) wirkenden Familie Orley, die märchenhaft reich ist.

Julian Orley hat einen (tatsächlich schon zum Ende des 19. Jahrhunderts erstmals diskutierten) Mond-Fahrstuhl erbaut. Durch diesen wird nicht nur der Weltraumtourismus angekurbelt, sondern auch das Energieproblem der Erde gelöst: das Element Helium-3 gibt es dort (tatsächlich) in ungeheuren Mengen. Durch den Transport zur Erde könnte (tatsächlich) das Öl-und-Gas-Zeitalter abgelöst werden. Wie es im Buch heißt: "Die Steinzeit ist nicht am Mangel an Steinen zu Ende gegangen."

Das ist der vielleicht interessanteste Dreh in "Limit": Nicht die Begrenzung der Energiereserven, sondern erst die Grenzenlosigkeit der Energiequellen und Fördermöglichkeiten bringt die Erde an den Rand der Katastrophe.

Denn der wiederaufgenommene Wettlauf zum Mond ist keiner allein der Ökonomen, sondern auch einer der Volkswirtschaften und der nationalen Ideale. An dieser Stelle koppelt Schätzing einen zweiten Handlungsstrang an die Mondfahrt-Party einiger kurioser Geld-Biographien:

Der Cyber-Detektiv Owen Jericho und die naturgemäß sehr schöne Dissidentin Yuyun "Yoyo" Chen sind einem Komplott auf der Spur, das sich von Shanghai über Berlin bis nach Äquatorialguinea erstreckt - und dem Anspruch aller Bond-Filme nach herausragenden Settings gerecht wird. Die Erde tut vielleicht gar zu viel, um der Exotik des Mondes und seiner Kraterlandschaften etwas entgegenzusetzen.

<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/541/489923/text/" style="text-decoration:none">Vollständige Besprechung bei SZ Online</a>

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Der Autor: Frank Schätzing

Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, studierte Kommunikationswissenschaften, war Creative Director in internationalen Agenturen-Networks und ist Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi.

Anfang der Neunziger begann er, Novellen und Satiren zu schreiben und veröffentlichte 1995 den historischen Roman Tod und Teufel. Nach zwei weiteren Romanen und einem Band mit Erzählungen erschien 2000 der Bestsellerroman Lautlos, ein politischer Thriller über den Weltwirtschaftsgipfel 1999, den die Presse als »schillernde Momentaufnahme des ausgehenden Jahrtausends« lobte.

Im Frühjahr 2004 erschien sein Roman Der Schwarm. Das Buch hat seit Erscheinen über 920.000 Exemplare im Hardcover verkauft und wurde in 17 Sprachen übersetzt.

2004 erhielt Frank Schätzing den Corine-Preis und 2005 den Deutschen Science-Fiction-Preis.
2006 erschien sein zweites Buch über die Meere Nachrichten aus einem unbekannten Universum.
Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.

 
Zeit: Interview mit Frank Schätzing

Frank Schätzing hat mit «Limit» einen neuen Thriller geschrieben, der nicht nur mit Blick auf den Umfang ungewöhnlich ist. Der 52-jährige Erfolgsautor aus Köln erzählt darin auf mehr als 1300 Seiten die Geschichte des Wettlaufs um die wirtschaftliche Eroberung des Mondes.

Auf dem Erdtrabanten wird im Jahr 2025 Helium-3 abgebaut, ein Element, das alle Energieprobleme auf der Erde zu lösen verspricht. Wie schon bei seinem internationalen Bestseller «Der Schwarm» hat der Schriftsteller auch das Thema seines neuen Romans akribisch recherchiert. Die Deutsche Presse-Agentur dpa sprach mit Frank Schätzing über Thriller, böse Helden und das Schreiben im Restaurant.

Stimmt es, dass Sie das Buch vor allem in Cafés und Restaurants geschrieben haben? Schätzing: «Es ist ungefähr zur Hälfte dort entstanden. Ich hab zwar ein Büro, in dem ich schreibe, wenn ich Zugriff auf meine Fachbücher brauche. Aber ich sitze eben gerne unter Leuten, ich kann wunderbar schreiben in öffentlichen Geräuschkulissen. Das Buch war trotzdem Knochenarbeit.»

Woher kam die Idee zu einem Thriller, der auf dem Mond spielt? Schätzing: «Ich suche nie nach Ideen, ich sperre einfach Augen und Ohren auf, bis mich was Interessantes findet. Der Urknall für Limit liegt schon lange zurück. Mitte der 90er Jahre habe ich eine Randnotiz in einem Wissenschaftsmagazin entdeckt, in der das Element Helium-3 beschrieben wurde, das ausschließlich auf dem Mond vorkommt. "Der Schwarm" war damals weiter gediehen, also hab' ich erst mal den geschrieben. Chinas Vormarsch in der Weltwirtschaft hat mich danach auf die Idee gebracht, über das Wettrennen Chinas und den USA um die Eroberung des Mondes zu schreiben.»

<a href="http://www.zeit.de/newsticker/2009/10/5/iptc-bdt-20091005-12-22600134xml" style="text-decoration:none">Zum vollständigen Interview bei der Zeit</a>

 
hr-online: Zukinftsvision

Schätzing ist wieder da: In "Limit" hat die Zukunft schon begonnen. Die Energieversorgung der Welt ist radikal verändert. Der Autor hat einen Actionthriller geschrieben, der Science Fiction und Spionageroman spannend zusammenbringt. Doch das Buch hat auch kleine Macken.

Die Welt im Jahr 2025 hat sich in vielem grundlegend geändert. Das liegt an Julian Orley, einem ehemaligen Filmproduzenten, der als Chef des Technologieimperiums Orley Enterprises zum reichsten Mann der Welt geworden ist . Denn er baut auf dem Mond den umweltschonenden Stoff Helium-3 ab, dieses ist weltweit zum Energieträger Nummer 1 geworden. Orley ist es als einzigem gelungen, einen Weltraumfahrstuhl zu bauen, der auch funktioniert, damit ist der Abbau rentabel geworden. Helium-3 hat das Erdöl praktisch ersetzt und damit die erdölfördernden Länder in wirtschaftliche Agonie befördert. Saudi-Arabien ist kurz vor dem Kollaps, die einstigen Global Player, die Öl-Multis, dümpeln vor sich hin. Kurz: Die Machtverhältnisse auf Erden sind nicht mehr so wie wir sie kennen. Orleys macht seine Geschäfte vornehmlich mit den Amerikanern, denn die einzige noch ernst zu nehmende politische Konkurrenz ist China – und das Reich der Mitte, das offiziell zwar immer noch von der KPCh geleitet, aber faktisch von mafiösen Organisationen regiert wird, bastelt selbst an einem Weltraumlift herum – mit mangelhaften Ergebnissen – fördert aber immerhin auch schon geringe Mengen an Helium-3 auf dem Mond.
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